Internistische und kardiologische Diagnostik

Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen

Unter Prävention versteht man Maßnahmen zur Vorbeugung von Krankheiten in Bezug auf die Krankheitsvorbeugung einerseits und die Gesundheitsförderung andererseits.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen und deren Folgeerkrankungen stellen weltweit die häufigste Todesursache dar. So ist fast die Hälfte aller Sterbefälle in Deutschland deren direkte oder indirekte Folge. Zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören Arteriosklerose, Durchblutungsstörungen und Bluthochdruck sowie deren Folgeerkrankungen wie die koronare Herzerkrankung (Durchblutungsstörung der Herzmuskulatur) und der Schlaganfall. Inzwischen wurden eine Reihe von Risikofaktoren identifiziert, die das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedingen. Als wichtigste Risikofaktoren gelten neben Alter, Geschlecht und genetischer Prädisposition eine Erhöhung der Blutfette (Cholesterin, Triglyceride), Bluthochdruck, Ernährung, Rauchen, Diabetes mellitus, mangelnde körperliche Bewegung sowie Übergewicht und übermäßiger Alkoholkonsum. Letztere gelten als sogenannte beeinflußbare Risikofaktoren und können durch gesunde Ernährung, Gewichtsreduktion, regelmäßige körperliche Aktivität und Rauchentwöhnung positiv beeinflusst werden. Ziel von Herz-Kreislauf-Präventionsmaßnahmen ist es daher, diese beeinflussbaren und gegebenenfalls behandlungsbedürftigen Risikofaktoren frühzeitig zur erkennen, eine Änderung der Lebensführung bzw. eine medikamentöse Therapie einzuleiten und damit das Auftreten von Folgeerkrankungen zu verhindern oder zumindest zu verzögern.

Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern heute häufig Check-up-Untersuchungen im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsvorsorge an. Solche Check-up´s sind umfassende medizinische Vorsorgeuntersuchungen, die Aufschluss über den aktuellen Gesundheitszustand geben. Erhöhte Gesundheitsrisiken oder Erkrankungen sollen rechtzeitig erkannt und damit eine Risikominderung bzw. eine effektive medizinische Behandlung eingeleitet werden.

Langzeit Blutdruck Messung

Bei der Langzeit-Blutdruck-Messung wird über einen Zeitraum von 18 bis 24 Stunden in Abständen von 20 bis 30 Minuten der Blutdruck gemessen und aufgezeichnet. Sie ermöglicht einen Überblick über die Blutdruckeinstellung über den ganzen Tag und insbesondere auch während der Nacht. Sie erlaubt zum Einen die Suche nach einem bislang nur vermuteten Bluthochdruck, z.B. wenn in der Praxis erhöhte Werte, zu Hause aber wiederholt normale Blutdruckwerte gemessen werden (sog. „Praxis- oder Weißkittelhochdruck“). Zum Anderen kann bei bestehendem, schwer einzustellendem Blutdruck mittels der Langzeitmessung eine Feinjustierung erleichtert werden, da sich u.a. Aussagen über Störungen im Tag-Nacht-Ryhthmus treffen lassen.

Lungenfunktion

Bei der Lungenfunktionsmessung, der sog. Spirometrie werden die Änderungen der verschiedenen Lungenvolumina fortlaufend erfasst und graphisch dargestellt.

Beim offenen System, welches meistens vorgezogen wird, atmet der Patient durch ein Atemrohr, in dem Atemgeschwindigkeit und Strömungsgeschwindigkeit der Atemluft gemessen werden. Die Daten werden anschließend per Computer ausgewertet.

Zu den wichtigsten Messgrößen der Spirometrie gehören die Vitalkapazität, der Gesamtspielraum in den Veränderungen des Lungenvolumens und die Ein-Sekunden-Kapazität, welche als Volumen, das aus maximaler Einatmung heraus in einer Sekunde ausgeatmet werden kann, definiert ist.

Sonographie der Halsgefäße

Die farbkodierte Duplex- und Dopplersonographie der Halsgefäße ist eine schmerz- und risikofreie Untersuchung. Bei der Sonographie der Halsschlagader (Carotis) wird zum Einen die Aderwand im Längs- und Querschnitt untersucht und vermessen und zum Anderen mittels farbkodierter Duplexsonographie der Blutfluss selbst sichtbar gemacht und seine Fließeigenschaften beurteilt.

So können bereits sehr kleine und sehr frühe Gefäßveränderungen im Sinne einer Arteriosklerose erkannt werden. Dies dient u.a. der Abschätzung des Risikos für einen Hirninfarkt. Das Ergebnis beeinflusst die Intensität der medikamentösen und diätetischen Vorbeugemaßnahmen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei größeren Kalkablagerungen kann mittels der Doppler-Sonographie der Schweregrad einer möglichen Gefäßverengung beurteilt werden.

Elektrokardiogramm (EKG)

Das EKG leitet die Summe aller elektrischen Vorgänge des Herzens als Stromkurve von der Körperoberfläche ab. Es erlaubt einige Rückschlüsse auf Herzerkrankungen, wie z.B. einen stattgehabten Herzinfarkt, eine Herzbeutelentzündung sowie auf Herzrhythmusstörungen. Ein normales EKG schließt jedoch eine Herzerkrankung nicht aus.

In erster Linie ist ein EKG schmerzlos, da es ein nicht engreifendes (nicht-invasives) Untersuchungsverfahren darstellt. Zudem ist ein EKG jederzeit wiederholbar und – mit den entsprechenden Geräten – quasi fast überall durchführbar.

Bezüglich der meisten Diagnosen liefert das EKG nur Hinweise und darf nicht unabhängig vom klinischen Bild beurteilt werden (z. B. Herzinfarkt, Hypertrophiezeichen, Herzmuskelentzündung). Lediglich bei Störungen des Herzrhythmus oder der Erregungsleitung kann man aus dem EKG allein meist schon eine sichere Diagnose stellen.

Belastungs-EKG

Beim Belastungs-EKG werden die Herzstromkurven des EKGs vor, während und nach körperlicher Belastung aufgezeichnet. Es dient vor allem der Erkennung von Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße und von Herzrhythmusstörungen. Es erlaubt die Beurteilung der körperlichen Leistungsfähigkeit sowie der Blutdruckeinstellung.

Die körperlichen Leistung ist bei dieser Methode genau vorzugeben und kann unter gleichbleibenden Bedingungen auch wiederholt werden. Die Resultate können dann objektiv eingeschätzt und ausgewertet werden. Die Ergometrie hilft, im medizinischen Bereich, bei der Erkennung und Verlaufsbeurteilung von Herz- und Lungenerkrankungen. Sie ist außerdem ein wichtiges Instrument zur Risiko- und Prognoseabschätzung. Oft wird sie auch genutzt, um gezielte Therapieempfehlungen geben zu können, Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit hin zu prüfen und gezielte Übungen durchzuführen.

Langzeit-EKG

Beim Langzeit-EKG werden die Herzströme über einen Zeitraum von 18 bis 24 Stunden mittels tragbarer Geräte aufgezeichnet. Dies erlaubt die Suche nach Herzrhythmus-Störungen, die nur zeitweise auftreten. Auch können Hinweise auf Medikamentennebenwirkungen, die einen nicht spürbaren Einfluß auf den Herzrhythmus haben können, aufgedeckt werden.

Echokardiographie

Die Echokardiographie ist eine Ultraschalluntersuchung des Herzens. Sie ermöglicht ein Vermessen von Größe, Dicke und Beweglichkeit der Herzmuskulatur, sowie die Beurteilung der Herzklappen.

Die Echokardiographie kann, je nach Zielsetzung der Untersuchung, am ruhenden Patienten oder aber auch unter Belastung vorgenommen werden. Bei einer unter Belastung vorgenommenen Echokardiographie spricht man auch von einer sogenannten Belastungs- oder Stressechokardiographie – oder verkürzt einfach von einem Stressecho.

Bei der Untersuchung fährt der Arzt mit dem Ultraschallkopf an der vorderen Brustwand entlang, der Patient liegt hierbei auf dem Rücken oder in der Seitenlage. Ein zuvor aufgetragenes Kontaktgel hilft dabei die Schallwellen, die vom Ultraschallkopf ausgesandt werden, besser in den Körper zu leiten.

Diese Schallwellen werden vom Herzgewebe und vom Blutfluss im Herzen reflektiert, wiederum vom Schallkopf aufgenommen, verstärkt und dem Arzt auf einem Bildschirm dargestellt.

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